Lizenzierung von MS SharePoint

Die Lizenzierung fast jeder Microsoft-Software im Unternehmenskontext, unabhängig davon, ob es sich dabei um Cloud-, Client- oder Server-Produkte handelt, unterliegt einer Vielzahl von vertraglichen Konditionen, infrastrukturellen Voraussetzungen und perspektivischen Abhängigkeiten. Der Dschungel ist so schwer durchschaubar, dass sich ganze Geschäftsmodelle darauf gründen, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihn zu durchdringen und die möglichst günstigsten Lizenzlösungen für Kunden zu finden.

Zur Relativierung: Das betrifft nicht nur Microsoft-Produkte.

Neben Erstlizenzen können Sie über //SEIBERT/MEDIA auch Supportverlängerungen sowie Upgrades Ihrer aktuellen Nutzer-Staffelung erwerben. Stellen Sie jetzt eine Lizenzanfrage.

Enterprise Agreements und Customer Price Sheet

Unternehmen ab einer Größe von ca. 150 PC-Arbeitsplätzen verfügen im Regelfall über ein Enterprise Agreement (EA) mit Microsoft. Das EA ist ein Drei-Jahres-Vertrag, der großen Unternehmen diverse Vorteile offeriert. Dazu zählen Volumenrabatte, ein vereinfachter Bestellprozess (vgl. SAM, Software Asset Management) für Software-Lizenzen und zusätzliche Support-Leistungen. 

Über das im Enterprise Agreement mit Microsoft ausgehandelte Customer Price Sheet (CPS) werden die Kosten für jedes für das Unternehmen relevante Lizenz-Produkt definiert.

Die Lizenzen für jedes Stück Software können individuell verhandelt werden. Je nach Verhandlungstaktik, werden dabei manchmal Software-Produkte, die für das Unternehmen zunächst uninteressant sind, mit hohen Preisen versehen, auf die sie aber perspektivisch umsteigen (wollen / müssen).

Die Bestellung von Lizenzen über das Enterprise Agreement erfolgt ausschließlich über Large Account Reseller, die von Microsoft – in Abhängigkeit des Umsatzvolumens an Lizenzen – definiert werden. Innerhalb eines Enterprise Agreements besteht keine Möglichkeit, Lizenzen über andere Wege zu beziehen. (Ein Kunde kann auch andere Verträge mit Microsoft haben, über die er ggf. Lizenzen günstiger beziehen kann.)

Software Assurance

Innerhalb eines Enterprise Agreements ist eine Software Assurance (SA) verpflichtend für alle gekauften Lizenzen. Mit der Software Assurance haben Unternehmen die Möglichkeit, bei einer Aktualisierung der Produktlinie, beispielsweise von SharePoint 2010 hin zu SharePoint 2013, ständig die aktuelle Version nutzen zu dürfen, ohne dafür neue Lizenzen kaufen zu müssen.

Die Kosten für die Software-Assurance einer Lizenz betragen im Regelfall ca. 50% der eigentlichen Lizenz – gesplittet auf drei Jahre.

SharePoint-Sizing

Die Skalierungsfähigkeiten von SharePoint sind eine Stärke der Plattform. Die Architektur ist durch die implementierten Service- und Server-Rollen-Technologien so flexibel, dass Umgebungen geschaffen werden können, die mehrere 10.000 Benutzer performant mit dem System arbeiten lassen.

Speziell in sehr großen Umgebungen wird dazu allerdings auch viel Hardware und Know-how benötigt. Ein (kleines) Unternehmen mit ca. 500 Mitarbeitern besitzt im Normfall eine SharePoint-Farm, die aus mindestens vier Servern besteht:

  • 1x Datenbank-Server (MSSQL)
  • 2x Webserver (Mit Load-Balancing)
  • 1x Application-Server

Für die o.g. Farmgröße werden folgende Lizenzen notwendig:

  • 4x Windows Server
  • 3x SharePoint Server
  • 1x SQL Server

Abhängig von den Vertragskonditionen, bedeutet das zwischen 5.000 und 15.000€ (Schätzwerte) nur für die Server. Ein Backup- oder Security-Dienst ist dabei noch nicht mit implementiert.

SharePoint-Lizenzierung

Microsoft SharePoint wird, genauso wie Exchange, Lync oder Windows Server, mit zweierlei Lizenzen ordentlich lizenziert:

  • Die Lizenzen für die Server (siehe oben)
  • Die Lizenzen für die Benutzer

Das heißt, dass - zusätzlich zu der Bereitstellung der Server-Infrastruktur – die Benutzer eine Lizenz (Client Access Licence, CAL) benötigen. Diese unterscheidet sich wiederum in drei Versionen:

  • SharePoint Foundation (kostenlos bzw. lizenziert über Windows Server-CALs; irrelevant bei der Betrachtung von SharePoint Server vs. Confluence Server)
  • SharePoint Server Standard-CAL (darf “nur” Standard-Features nutzen)
  • SharePoint Server Enterprise (Additive Lizenz; nur nötig für Anwender, die mindestens ein Enterprise-Feature nutzen. Eine Übersicht über die Funktionsunterschiede finden Sie hier.)

Ein Benutzer, der innerhalb des Unternehmens auf SharePoint zugreift, benötigt mindestens auch noch eine Windows-Server-CAL, da er auf einen Netzwerk-Dienst zugreift. Diese CALs besitzen die Unternehmen aber im Regelfall bereits, da die Mitarbeiter auf Netzlaufwerke zugreifen müssen und sich an einem Windows-PC anmelden. Eine SQL-Server-CAL wird nicht benötigt, da dieser Dienst über den SharePoint-Server abgedeckt ist.

Die Kosten für die CALs werden (genauso wie die Kosten für die Server-Produkte) im Customer Price Sheet (siehe oben) definiert und unterliegen im Enterprise Agreement beide der Verpflichtung zum Kauf der entsprechenden Software Assurance.

Spezielle Lizenzkonstellationen

Die oben genannten Prinzipien der Software-Lizenzierung rund um SharePoint sind geprägt durch ein paar besonders merkwürdige Konstellationen, die insbesondere größere Unternehmen, die weltweit agieren, betreffen.

Beispiel 1: Möchte man einen SQL-Server über verteilte Standorte redundant (aktiv / passiv) halten, benötigt man dazu *eigentlich* nur eine SQL-Server-Lizenz. Ist die physische Entfernung beider Standorte allerdings mehr als vier Zeitzonen voneinander entfernt, werden zwei Lizenzen notwendig. Das alles ändert sich aber schon wieder damit, ob man den SQL-Server im Data-Center laufen lässt oder per CPUs lizenziert.

Beispiel 2: Möchte man als Unternehmen SharePoint für die Zusammenarbeit mit Externen (z.B. Kunden oder Lieferanten) nutzen, müssen für die Lieferanten SharePoint-CALs vorgesehen werden. Diese CALs werden allerdings nicht benötigt, wenn das Unternehmen keine vertragliche Beziehung (!) zu seinen Kunden oder Lieferanten pflegt.

Beispiel 3: Wenn man SharePoint als Plattform für einen Internet-Auftritt verwendet, benötigt man nur die Server-Lizenzen. Der anonyme (!) Zugriff auf die Website muss nicht über CALs abgedeckt werden. Sobald man einen Login (Named User) im Portal hat, landet man allerdings schon wieder in einer lizenztechnischen Grauzone.

Zusammenfassung

Der Sachverhalt SharePoint-Lizenzierung wird auch in diesem Microsoft-Video sehr schön zusammengefasst: https://www.youtube-nocookie.com/embed/s50Lbw32dq0

Das Thema wird noch einmal deutlich komplizierter, wenn man die Cloud-Variante von SharePoint (innerhalb von Office 365) einbezieht. Hier existiert ein ganz anderes Lizenzmodell, das beim Vergleich der Server-Varianten aber außer Acht gelassen werden soll.

De facto ist es unmöglich, vor einem SharePoint-Projekt konkret zu sagen, welche Lizenzkosten anfallen werden – außer, dass es hohe Kosten sind. Selbst wenn ein Berater mit Ihnen ausgearbeitet hat, in welcher konkreten Konstellation Sie sich befinden, müssen Lizenzkosten im Zuge des Customer Price Sheet immer noch individuell verhandelt werden. 

Lizenzierung von Atlassian Confluence

Die Lizenzkosten für Atlassian Confluence sind sehr transparent. Dabei spielen nur zwei Faktoren eine Rolle: die maximale Anzahl der Nutzer und die Art Ihrer Organisation (kommerziell oder akademisch).

Erstlizenzierung

Mit dem Kauf der Lizenz erhalten Sie die Lizenz an sich sowie einen einjährigen Lizenz-Support durch Atlassian, welcher Sie zu Supportanfragen, Software-Updates etc. berechtigt. Das Produkt ist nach Ablauf des einjährigen Lizenz-Supports uneingeschränkt weiter nutzbar, Updates sind dann allerdings nicht mehr möglich.

Anzahl der User

Kommerzielle Lizenzen

Lizenzen 
für den akademischen Bereich

10 

10 USD

10 USD

25 

1,200 USD

600 USD

50 

2,200 USD

1,100 USD

100 

4,000 USD

2,000 USD

2508,000 USD4,000 USD
 

500 

12,000 USD

6,000 USD

2.000 

16,000 USD

8,000 USD

10.000 

20,000 USD

10,000 USD

10.000+ 

24,000 USD

12,000 USD

Support-Verlängerung

Sie können mit Ihrer bestehenden Lizenz so lange uneingeschränkt arbeiten, wie Sie möchten. Wenn Sie allerdings nach Ablauf des einjährigen Supportvertrags weiterhin von Updates, Sicherheitspatches und Atlassian-Support profitieren möchten, ist eine Verlängerung des Supports erforderlich. Die Kosten für eine einjährige Verlängerung des Supportvertrags belaufen sich auf 50% des Lizenzpreises.

Anzahl der User

Kommerzielle Lizenzen

Lizenzen 
für den akademischen Bereich

10 

10 USD

10 USD

25 

600 USD

300 USD

50 

1,100 USD

550 USD

100 

2,000 USD

1,000 USD

2504,000 USD2,000 USD
 

500 

6,000 USD

3,000 USD

2.000  

8,000 USD

4,000 USD

10.000 

10,000 USD

5,000 USD

10.000+ 

12,000 USD

6,000 USD

Spezialfall: Data-Center-Deployment

Für den Betrieb im Rechenzentrum bietet Atlassian eine geclusterte Lösung an: Das Data-Center-Deployment ist auf die Hochverfügbarkeit und instantane Skalierbarkeit geschäftkritischer Confluence-Installationen optimiert. Die Lizenzkosten für eine Data-Center-Instanz belaufen sich auf 24.000 USD pro 1.000 Nutzer und Jahr. Anders als Server-Lizenzen, laufen Data-Center-Lizenzen aus und müssen jährlich erneuert werden.

Zusammenfassung

Wenn Sie uns anrufen und nach den Confluence-Lizenzkosten fragen, haben Sie innerhalb von zwei Minuten eine belastbare Antwort und eine Information, mit der Sie konkret planen können. Es gibt kein individuelles Customer Price Sheet wie bei Microsoft, keine zweigleisige Lizenzierung für Server und Nutzer, keine Abnahmepflicht bei einem vom Hersteller bestimmten Reseller (auch wenn der Kauf von Atlassian-Lizenzen bei //SEIBERT/MEDIA viele Vorteile bietet). Stattdessen bietet Atlassian konkrete Zahlen öffentlich an, und diese gelten auch für alle Unternehmen.   


SharePoint vs. Confluence


Dieser Inhalt wurde zuletzt am 17.09.2020 aktualisiert.

Der Inhalt auf dieser Seite ist schon seit einer Weile nicht mehr aktualisiert worden. Das muss kein Nachteil sein. Oft überdauern unsere Seiten Jahre, ohne wirklich unnütz zu werden.

Alte Inhalte können falsch, irreführend oder überholt sein. Bitte nutzen Sie das Formular oder den Live-Chat auf dieser Seite oder kontaktieren Sie uns via E-Mail unter content@seibert.group, wenn Sie Zweifel, Fragen, Anregungen oder Änderungswünsche haben.