Child pages
  • Der Podcast von Seibert Media! - Staffel 1 - Folge 1: Moderne Zusammenarbeit im Intranet
Skip to end of metadata
Go to start of metadata


INFORMATION
Kickass Software, Rock 'n' Roll Teams
Kickass Software, Rock ’n‘ Roll Teams ist der neue Podcast von Seibert Media. Hier gibt es wöchentlich neue Inhalte rund um die Themen Atlassian, Google und Agilem Arbeiten.
Unseren Podcast erscheinen selbstverständlich auf allen gängigen Plattformen und als Beitrag im Seibert Media Blog.



DIE NEUESTE FOLGE



VERFÜGBAR AUF

Moderne Zusammenarbeit im Intranet – die neue Podcast-Staffel
von Seibert Media

Veröffentlicht am 21. Februar 2020


Den Anfang machen Alisa und Martin, die in der ersten Folge einen kurzen Ausblick auf die neue Staffel geben und die Themen Kommunikation und Zusammenarbeit im Intranet näher beleuchten.


Spotify Apple Podcasts Google Podcasts

Blogartikel





Behandelte Themen

Einführung von Alisa Tietz

Vorstellung Martin Seibert

Kommunikation im Unternehmenskontext

Effektive Kommunikation und effektive Zusammenarbeit

Kommunikation und Zusammenarbeit an die Bedürfnisse anpassen

E-Mails und Wikis

Sind Wikis ein leichter Einstiegspunkt für Intranets?

Ausblick auf weitere Folgen





Transkription des Podcasts

Mit: Alisa Tietz und Martin Seibert von Seibert Media


Alisa: 

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Podcast von Seibert Media. Ab jetzt werden wir wöchentlich eine neue Folge unserer Staffel Zusammenarbeit im Intranet veröffentlichen. Die Folgen werden alle zu finden sein auf Spotify, Apple Podcast und Google Podcast

In der Staffel möchten wir uns darüber unterhalten, welche Möglichkeiten und Use Cases ist es gibt, die Kommunikation im Unternehmen zu verbessern und effektiv zusammenzuarbeiten und dabei werden wir immer wieder auf das Thema Social Intranet zu sprechen kommen und werden dabei Aspekte wie Zusammenarbeit, Erreichbarkeit, Wissensmanagement, Akzeptanz und Performance besprechen. 

Mein Name ist Alisa Tietz. Ich bin fürs Produktmarketing rund um Linchpin zuständig bei Seibert Media und ich habe heute den Martin Seibert hier bei mir. Hallo Martin!


Martin: 

Hi Alisa!


Alisa: 

Vielleicht stellst du dich auch kurz noch mal vor, erzählst was zu dir. 


Martin: 

Ja, mein Name ist Martin Seibert. Ich bin seit dieser Woche 41 und stolzer Papa von drei Mädels und auch ein stolzer Mitinhaber dieses Unternehmens und freue mich, dass wir es, dank dir und vielen anderen geschafft haben, eine Situation herzustellen in der ganz viele Dinge bei Seibert Media ohne eine zentrale Führung erfolgen können und ich jetzt zum Beispiel hierher komme und eigentlich mehr oder weniger unvorbereitet bin und ganz interessiert bin, wie das hier so läuft und vor allen Dingen auch, wie das bei unseren Kunden ankommt, diese neue Podcast Initiative. Freut mich. 


Alisa: 

Ja ich freue mich auch, dass du da bist und wir werden ja die nächsten Folgen ganz viel über Kommunikation im Unternehmen sprechen und ich würde sagen, wir schauen halt einfach mal und stellen uns die Frage warum ist Kommunikation im Unternehmenskontext überhaupt so wichtig. 


Martin: 

Also meine Antwort wäre, dass Wirtschaften und Wertschöpfung heute aus Veränderungen von Status Quos besteht. Also es gibt immer irgendwie einen Ist-Zustand und ich will gern dass der anderes wird und je häufiger dieser Ist-Zustand bei meinen Kunden vorherrscht und ich ihm dabei helfen kann, das zu verändern, desto erfolgreicher kann ich am Markt mag sein, weil die dann sozusagen zu mir kommen und sagen “Hey, du kannst mir doch dabei helfen das zu verändern”. Und so hat jeder so, also das Unternehmen hat seine Idee, die die Kunden dann in Anspruch nehmen wollen. Und genauso funktioniert es halt im Unternehmen selber auch. Da haben alle möglichen Führungskräfte und Mitarbeiter Ideen und denken, wir müssten das doch eigentlich so und so machen machen und das nervt mich voll und das müsste eigentlich so und so laufen. 

Und Kommunikation ist dafür da, um diese Reibung, diese Frustration sichtbar zu machen und auch in den Austausch zu treten mit den anderen, welche Ideen vorherrschen, um das zu erreichen um sozusagen die Situation zu verbessern. Und ich glaube, dass das gerade innerhalb des Unternehmens sehr wichtig ist, weil die Kunden sich halt darauf verlassen, dass das möglichst mundgerecht und einfach präsentiert wird und ich diese ganze Komplexität der Veränderungen eigentlich abstrahiert im Unternehmen abbilden muss und deshalb ist es wichtig, dass ich mich als Unternehmen verändern kann, dass ich das auch vielleicht die veränderten Bedürfnisse meines Kunden leicht abbilden kann. Da spielt die Kommunikation eine sehr große Rolle, weil die eben diese Reibung reduziert. Ich habe mehr Verständnis für die anderen, und so weiter. Und kann dem vielleicht auch folgen.


Alisa: 

Ja und wenn du jetzt sagst Kommunikation, aber das bedeutet ja immer auch Zusammenarbeit irgendwie, Zusammenarbeit auf einer Plattform, also Zusammenarbeit um einfach effektiver zu sein und was genau versteht man dann unter effektiver Kommunikation, effektiver Zusammenarbeit? 


Martin: 

Ich glaube erstmal, dass die Zusammenarbeit per se nicht unbedingt eine Plattform braucht. In der heutigen Zeit liegen diese Plattformen doch nah, auch auch wenn es ganz viele Leute da draußen gibt die ich bewundere, zumindest auf theoretischer Ebene und die überhaupt nicht über Plattformen sprechen. Wir zwei können ganz prima zusammenarbeiten wenn wir quasi den ganzen Tag miteinander verbringen. Dann sind wir immer nah beieinander und können sprechen. Wir brauchen keine E-Mails, wir brauchen keinen Chat, alles gut, wir können uns abstimmen. 

Nur die Realität ist halt nicht so. Also ich habe halt Kids zu Hause und du hast auch noch andere Ziele und hast ein Privatleben und die Komplexität da draußen trifft uns trotzdem genauso hart unabhängig davon, wie vielleicht unser Privatleben aussieht und eine Ausprägung dieser Komplexität zu begegnen, ist halt Kommunikation. Wir müssen miteinander sprechen und überlegen, wie reagieren wir denn jetzt darauf, die der Partner auf einmal diese Anforderung an uns stellt. Bisher haben wir unseren Intranet-Partnern doch nur nur das und das angeboten und es will jemand etwas anderes haben. Oder ein Kunde will auf einmal etwas anderes haben. Und diese Kommunikation erfolgt halt immer mehr digital. Und dann kommen nämlich immer mehr diese Plattformen ins Spiel, weil die mir nämlich die physische Entfernung quasi überbrücken. 

Und effektive Zusammenarbeit ist meines Erachtens etwas, was im Tagesgeschäft, also was dann, wenn es wirklich um Wertschöpfung geht, wenn ich meinem Kunden helfen will, dann muss mir das helfen. Also es bringt nichts, eine Software zu haben, die immer dann gut funktioniert, wenn ich ganz viel Zeit habe, mich ganz dolle konzentrieren kann und alles schön wie im Reinraum, sozusagen jedes Werkzeugchen an der richtigen Stelle liegt und dann kann ich auf einmal die beste OP der Welt durchführen. Diese Situation kommt nie, sondern die Situationen sind immer irgendwie dreckig. Also irgendetwas ist nicht richtig vorbereitet, irgendetwas ist auf einmal anderes, irgendwas läuft nicht nach Plan, irgendwer ist auf einmal krank geworden und der ist schon irgendwie müde und der nächste hat irgendetwas nicht angeliefert, was er anliefern wollte. 

Und unter dieser komischen unvorhergesehenen überraschenden Situation, will ich jetzt trotzdem noch mit dem Werkzeug gut arbeiten und wenn jetzt eine Plattform zum Beispiel die Kommunikation unterstützt soll, in einer solchen, bleiben wir mal bei dem Wort dreckigen Situation, mir helfen kann, besser zu kommunizieren, als ich das vielleicht mit E-Mails oder mit Telefon oder WhatsApp hätte machen können, dann ist das eine effektive und wirksame Unterstützung. Das ist das, was wir eigentlich anstreben sollten. 


Alisa:

Also sozusagen dann ist Kommunikation und Zusammenarbeit gut, wenn sie sich an die Bedürfnisse derjenigen anpassen kann, die kommunizieren wollen. Also es muss…


Martin:

Wenn die Leute das nicht im Bauch, also wenn Sie das jetzt hören, und Sie haben irgendwie ein Software-Tool und das nervt sie die ganze Zeit. Sie denken immer, das ist doof, dann ist das vermutlich auch doof. Also wenn das sich nicht gut anfühlt, etwas zu benutzen, dann steckt hinter diesem Gefühl vermutlich sehr viel auch, operationalisierbare Probleme, die man ganz sachlich darstellen kann, die den Leuten aber so nicht bewusst sind, weil die machen ja ihre Arbeit um den Kunden zu helfen und nicht, um ihre Kommunikation zu analysieren. 

Und die fühlen sich einfach nur…, also E-Mail ist so ein sehr gutes Beispiel. Ganz viele Leute fühlen sich schlecht dabei, wenn sie E-Mails verarbeiten. Die machen das dann, dann sind die fertig und statt, dass sie sich freuen, dass jetzt die Inbox leer ist, denken sie, was für eine Zeitverschwendung. Jetzt habe ich vier Stunden aufgewendet, um diesen E-Mail-Berg zu bearbeiten und dann kommt gar kein Hochgefühl oder dieses Hochgefühl ist quasi nach wenigen Minuten schon weg und man denkt sich, eigentlich war das jetzt gar kein produktiver Arbeitstag. Und dann merkt man, dass die E-Mail kein gutes Kommunikations-Werkzeug mehr ist. 

Und jetzt könnten wir das hier jetzt…, das würde dann… ich habe ja hier Zeitvorgaben bekommen, wie lange ich sprechen darf, ja, aber das würde den Rahmen total sprengen, jett zu erklären, warum die E-Mail so blöd ist, aber dieses Gefühl hat unheimlich viel Substanz.


Alisa:

Wenn ich jetzt so überlege, wie wir täglich arbeiten, ich würde sagen, intern gibt es bei uns ja eigentlich gar keine E-Mails mehr und ich wüßte nicht, für was. Wir arbeiten ja täglich mit Linchpin, unserer Wiki-basierten Intranet-Lösung. Und ich habe das Gefühl, für uns klappt das super. Also das ist für uns eine Plattform, auf der wir effektiv kommunizieren und zusammenarbeiten können. Kannst du vielleicht noch was dazu sagen, warum gerade jetzt auch Wikis so hilfreich dabei sein können, zusammenzuarbeiten?


Martin:

Ja, ich würde gern mal anfangen mit, das sozusagen ein bisschen einzuschränken. Das was wir intern als Linchpin bezeichnen, ist ja auch sozusagen ein Zusammenschluss aus mehreren Systemen, die wir mehr oder weniger selbstverständlich in einer Plattform ansehen, weil wir auch aus dieser Plattform dahin springen können. Das Launchpad in dem Tool, um es einfacher zu sagen, ob das jetzt ein Chat ist oder irgendein Aufgaben-Managementsystem  oder was anderes, was eigentlich originär gar kein Teil unseres Intranets ist, aber die sozusagen so eng verwoben sind, das dass sich das so anfühlt, als wär alles schön eine Plattform. 

Ganz konkret zu diesen Wikis, ich glaube das ist ein sehr elementarer Bestandteil und ich habe irgendwann mal bei einem auch Intranet-Partner von uns, die auch Linchpin vertreiben, gehört, dass die ihre Kunden fragten “möchten Sie gerne, dass Ihr Intranet auf einem Wiki basiert?”. Die initiale Reaktion der Kunden “Nein, auf keinen Fall.” Das heißt ja, also dieses Wiki, das kenne ich ja von Wikipedia, da kann jeder was reinschreiben und das ist ja so total anarchisch und da gibt es ja gar keine Struktur und das ist das Chaos pur. Das will ich keinen Fall. Beim Intranet das soll ja zumindest mal sozusagen mal dieser Top-Down Kommunikations-Teil soll halt kontrolliert sein. 

Ich will als Unternehmen sagen, was hier die neuesten Nachrichten sind, wo das Schiff hin steuert, sozusagen, wie die Strategie aussieht und will quasi Top-Down Kommunikation machen und dann gibt es vielleicht, ganz viele Kunden suchen inzwischen nach Social Intranet-Lösungen. Also da soll es dann auch die Möglichkeit der Interaktion für die Mitarbeiter geben. Das Mitmach-Intranet. Die sollen auf Like drücken können, die sollen kommentieren können, die sollen selber was schreiben können. Da gibt es vielleicht Freigabeprozesse, vielleicht gibts sogar Arbeitsbereiche oder Teambereiche, in denen es überhaupt keine Freigaben gibt, und so weiter. 

Und genau an der Stelle, wenn das interaktiv wird, wird meines Erachtens so ein Intranet unglaublich spannend. Weil ich nämlich auf einmal nicht mehr diese Postille habe, wo der Geschäftsführer den Mitarbeitern sagt, wo es langgeht. Ich will das gar nicht in Abrede stellen, dass man in großen Konzernen so etwas braucht, aber das ist irgendwie langweilig. Das ist so, wie die FAZ am Kiosk zu kaufen. Kann ich nehmen, kann ich durchblättern, kann ich lesen. Ist vielleicht auch gut geschrieben und auch unterhaltsam aber ich kann damit halt nicht interagieren. Das hat relativ wenig Relevanz für mich persönlich.

Es gibt ganz viele, ich habe gerade ein Buch von Rolf Dobelli gelesen, der sagt, ich lese gar keine News und ich verpasse trotzdem nichts, weil die allerwichtigsten Sachen, die kriege ich von meinen Freunden erzählt und der Rest ist nur quasi Infotainment, kann man, ist verzichtbar. Und genauso das Problem hat so ein Intranet auch, dass wenn es nur aus Nachrichten besteht. Und das Schöne ist, wenn ich so ein Social Intranet habe, dass sehr interaktiv ist, das die Mitarbeiter tatsächlich auch im Tagesgeschäft benutzen können. Dann habe ich unglaublich viel Aufmerksamkeit und kann als Geschäftsführung jetzt an einem Ort, an dem die Leute eh mehrmals pro Tag, unheimlich viel Aufmerksamkeit reinstecken, auch präsent sein und meine Nachrichten anbieten. 

Und das ist einfach viel viel effektiver, als wenn ich der einzige Player auf einem total leeren Marktplatz bin, und dann versuche, möglichst laut mit Megafon über den leeren Platz zu rufen. Dann höre ich vielleicht mein Echo noch, aber das ist irgendwie Mist. Also, viel besser ist es, wenn ich, wenn ich auf einem Platz bin und dieser Platz ist voller Leute und ich kann dann mit meinem Megafon da was erzählen, dann habe ich auch das Gefühle, es kommt an, es gibt Rückmeldung, die Leute rufen, applaudieren zu dem was ich sage. Und genau dieses, sozusagen das ist jetzt eher so eine Demo-Atmosphäre, aber das gibt es halt im Intranet auch. Wenn ich etwas hoste und es gibt direkt ganz viele Reaktionen, Kommentare, Diskussionen und so weiter. 

Das ist auch was, was die Führungskräfte brauchen, weil die ja auch von einem Feedback leben. Also ist das anschlussfähig, was ich hier als Idee habe, wird sich das leicht umsetzen lassen oder kriege ich ganz viel Gegenwind. Also wenn ich jetzt allen vorschlage, lasst und doch mal den Gürtel enger schnallen, jeder kriegt 10 % weniger Gehalt, dann werden die Kommentare und Diskussionen dazu vermutlich anders verlaufen, als wenn ich sage, Mensch, Geschäft läuft super, jeder kriegt 15 % mehr Gehalt. Und diese Rückmeldungen, die jetzt in diesem fiktiven Beispiel relativ vorhersagbar ist, die ist halt häufig in komplexen Situationen gar nicht vorhersagbar. 

Und da, aus der Belegschaft, wo auch noch eine ganz andere Intensität von Kundenkontakt besteht, solche Rückmeldungen zu bekommen, ist halt wertvoll. Und dafür brauche ich eine Plattform, die sehr stark benutzt wird und Wikis helfen dabei, dass solche Plattformen sehr stark benutzt werden. Und insofern würde ich sagen, mir ist es egal ob die Kunden initial finden, dass Wikis die beste Basis für ein Intranet sind. Wichtig ist am Ende, dass diese Intranet-Software intensiv genutzt wird. Und zwar nicht nur vom Geschäftsführer,  der da seine Nachrichten veröffentlichen möchte, sonderen insbesondere von denjenigen, die Rezipienten sind. Die müssen da sein. Dann fällte es dem Geschäftsführer auch leichter, gehört zu werden. 


Alisa:

Ja also, du würdest auch schon noch sagen, dass ein Wiki sozusagen relativ einen leichten Einstiegspunkt für den Nutzer gibt, einfach um das Gefühl auch zu bekommen, ich darf in meinem Intranet irgendwie aktiv teilnehmen. Ich darf Inhalte einstellen, ich darf kommentieren, ich bin irgendwie Teil davon und konsumiere nicht nur. 


Martin:

Au, das ist eine äußerst schwierige Frage, also ich glaube, dass es sehr sehr schwierig ist, bestehende Verhaltensmuster und Routinen-Gewohnheiten bei Mitarbeitern zu verändern. Und die Kommunikation ist so omnipräsent, also das fängt ja quasi mit dem Aufstehen, wenn ich dann meiner Frau Guten Morgen wünsche und meinen Kindern, an und geht über den ganzen Tag hinweg. 

Also inzwischen bietet mein Smartphone mir ja Statistiken darüber, wie viele Push-Nachrichten ich darüber bekommen, wie oft ich das Handy in die Hand nehme. Pick-ups nennen die das und wie lange ich mich mit dem Gerät beschäftige und da habe ich für mich jetzt zum Beispiel gerade herausgefunden, dass die Zeit, die ich mit dem Handy arbeite, inzwischen die Zeit, die ich mit dem Desktop-Computer arbeite, sozusagen überwiegt und ich habe mehr Handy-Nutzung als Desktop-Computer-Nutzung. 

Und das besteht alles als Kommunikation. Also ich habe lange, seit Jahren keine Computerspiele, ich schaue kein Fernsehen mehr, das ist quasi alles, meine ganze digitale Nutzung besteht quasi aus Kommunikation und da gewöhnt man sich so einiges an. Und das gilt für alle anderen Menschen auch, glaube ich und wir kommen jetzt an und sagen, guck mal hier, tolles Software-Wiki. Das ist echt so einfach und jeder kann mitmachen, gar kein Problem. Das mag auch so sein, am deutlichsten wird mir das immer bewusst, wenn… 

Ich habe das gerade in meinem letzten Newsletter drüber geschrieben, ich versuche mit einem Kollegen von uns, in dem Vorort, in dem ich wohne, den Vereins-Organisatoren mit einem kostenfreien Wiki und kostenfreier Beratung und kostenfrei, also alles ist kostenfrei, das schmackhaft zu machen, ihre Vereins-Organisation über ein Wiki abzubilden. Und es ist grandios unerfolgreich. Also so salopp würde ich sagen, die gucken uns nicht mit dem Hintern an. Und da denke ich, das gibt es doch gar nicht. Die ganzen Konzernkunden, die rennen uns die Bude ein, zahlen hohe Tagessätze dafür, dass unsere Berater vorbeikommen und hier bin ich jetzt als Geschäftsführer mit einem gerade noch stelle ich kostenfrei für die Gemeinschaft zur Verfügung, aber es interessiert keinen. Und das hat halt sehr viel mit Gewohnheiten zu tun. 

Wenn dann man in so einem Gespräch mit jemanden ist, sagt der “ach, wir machen das hier mit E-Mail und WhatsApp und das klappt eigentlich”. Ja, das kann ich mir schon vorstellen, dass das klappt, gut ist das nicht. “Nee, aber so … geht schon”. Ja, und dann fällt es mir auch schon schwer, dem zu sagen, na ja, lass doch mal sein, das kann viel besser gehen und so, weil bei vielen… Also in solchen Situationen denke ich immer, das müsstest du mal erleben. Du musst mal erleben, warum die Alisa jetzt hier sagt, wir verschicken keine E-Mails, das klappt gut bei uns. Das kann ich dir gar nicht so in drei Sätzen in so einem Gespräch erzählen und wenn du nicht mal die Bereitschaft hast, dich mit mir da hinzusetzen und dir mal anzugucken, wie das aussieht,  dann fällt es mir auch unglaublich schwer in so einem Trockenschwimm-Gespräch, dir zu erklären, wie du deine Gewohnheiten verändern kannst. 

Und nochmal zu der Frage zurück. Du hattest ja gefragt, ist es mit dem Wiki besonders einfach. Ja, ich glaube, das ist mit dem Wiki besonders einfach, aber einfach ist die Aufgabe trotzdem nicht. Also die Akzeptanz für eine hohe Nutzung einer solchen Plattform zu schaffen, ist unglaublich schwierig. Und da nochmal zu der vorletzten Frage, warum ist das Wiki da so wichtig. Ich glaube, dass ein Wiki zumindest mal langfristig die richtige Grundlage ist, damit das auch funktionieren kann. 

Denn, also das Dümmste ist ja, wenn ich, wir sind in Stonehenge und wir wollen diese großen Findlinge, wollen wir sozusagen umwerfen, ja. Dann können wir beide uns dagegen lehnen und machen, innerhalb der nächsten fünf Minuten passiert da gar nichts. Aber wir können uns jetzt beide so eine kleine Schaufel holen, von mir aus auch eine von meinen Kids und dann graben wir da immer unten so ein bisschen an dem Findling rum. Und in den nächsten zwei, drei Jahren hätten wir vermutlich so viel weggegraben, dass dann irgendwann der Findling auch fällt. Weil dem halt auch sozusagen der Boden fehlt, den er vorher noch hatte, weil wir den weggegraben haben. Und wenn ich jetzt feststelle, oh Mist, ich habe an dem falschen Findling gegraben, drei Jahre lang, habe ich auf die falsche Grundlagen-Software gesetzt, das ist schon echt ärgerlich. 

Also das wünsche ich auch echt keinem, dass man sozusagen, das ist eh schon so frustrierend, du hast diesen großen Findling, nichts bewegt sich, keiner verändert seine Kommunikations-Verhalten. Ich grab und bagger und versuch zu machen und dann hab ich mal einen überzeugt und dann hört er doch wieder auf und ich denke, ach das ja alles umsonst und irgendwann sehe ich so ein bisschen Bewegung und wenn dann die Bewegung ein bisschen stärker wird, das ist ja wie so ein Schwungrad. Am Anfang kommt man da gar nicht in Schwung, weil es so schwer ist und irgendwann wenns dann schwingt,  dann hat die Eigenenergie soviel Transformationskraft, dass man sozusagen da mitgetragen wird, quasi. Und wenn ich dann also das falsche Schwungrad gedreht habe, das ist meines Erachtens glaube ich sehr frustrierend und da sollte man sich vermutlich vorher Gedanken darüber machen, dass man zumindest mal selber an das glaubt, was man den Leuten verkauft. Und ich denke auch, ach ja, passt mir jetzt gerade ganz gut. 


Alisa:

Ja, das ist auf jeden Fall ein Thema, worüber wir noch lange sprechen könnten. Wir haben auch eine Folge unseres Podcasts, die sich nur darum dreht, wie wir Akzeptanz steigern können.


Martin:

Ja, zurecht.


Alisa:

Wie wir alle an Board holen und wie das gelingen kann. Bei uns funktionierts. Bei vielen unserer Kunden, die sind sehr zufrieden damit.


Martin:

Wir haben auch sehr viel Quatsch gemacht, auf dem Weg dahin. Also früher gabs dann irgendwelche komischen Prämien, die wir den Leuten gezahlt haben, was ich also für toxisch halte und es ist sicher auch bei uns nicht einfach gewesen aber inzwischen ist inzwischen tatsächlich so, dass die Nutzung sehr hoch ist. Ja, ich wünsche mir, dass dass unsere Kunden und Hörer hier das interessant genug finden, um sich diese anderen Folgen auch anzuhören. Ich weiß ja schon so ein bisschen inhaltlich, was da kommt und glaube, dass das zu dem Medium ganz gut passt. 

Und, ich weiß natürlich nicht in welcher Situation Sie sich als Hörer jetzt gerade befinden, aber ich hör sowas häufig beim Autofahren und in der Bahn oder wenn ich irgendwie rumlaufe und quasi das Hörbuch mehr oder weniger für mich die einzige Möglichkeit des Konsums quasi statt Musik ist, wenn Sie in so einer Situation sind, dann hoffe ich, dass wir etwas Ihrer Zeit abbekommen können. Zumindest mal hoffe ich sowohl, dass diese Folge, als auch dass anderen inhaltlich wertvoll sind. 

Also, dass wir nicht die ganze Zeit Linchpin, Linchpin, Linchpin erzählen und die Leute dann denken, na ja, ich habe aber ein Sharepoint Intranet. Das sollte eigentlich jetzt unabhängig von der eingesetzten Technologie in der Staffel hoffentlich wertvoll sein und das rüberkommen, wo man was lernen kann. 


Alisa:

Genau, wir freuen uns, wenn Ihre Zeit gut investiert ist und wenn Sie bei den nächsten Folgen dabei sind. Einschalten und genau.


Martin:

Ja, und ansonsten gibt es ja ganz viele Feedback-Kanäle. Sagen Sie uns mal bescheid, ob Sie das gehört haben, ob es gut gefallen hat, was Sie gerne anders hätten. Die Alisa steht da sicher gerne zur Verfügung. Und ich natürlich auch. 


Alisa:

Genau, gut, dann bis zur nächsten Folge! Tschüß!


Martin:

Danke schön! Tschüß! 




Podcasts



  • No labels