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Herzlich Willkommen zum "State of the Atlassian Union" für Q3 2020.

Einmal im Quartal, jeweils nach der Veröffentlichung des vierteljährlichen Finanzberichts, gibt die Geschäftsführung von Seibert Media eine Einschätzung ab, wie es um Atlassian steht und welche relevanten Entwicklungen es gibt. Sie haben Zugriff auf dieses Update, weil Sie zu den größten und wichtigsten Kunden von Seibert Media gehören.


Der Elefant im Raum: Atlassian schickt die Server-Produktreihe in den Ruhestand


Nach monatelangen Andeutungen hat Atlassian kurz vor dem Earnings Call Ende Oktober endlich Nägel mit Köpfen gemacht: Der Verkauf der Server-Produktreihe wird im Februar 2021 eingestellt, im Februar 2024 enden dann auch Wartung und Support für die noch laufenden Server-Lizenzen. Für viele unserer Kunden - und auch für uns selbst - bedeutet diese Ankündigung einen nicht zu unterschätzenden Change. Und trotzdem bin ich froh. Denn: Endlich gibt es Klarheit! 

Wie oft haben wir unsere Ansprechpartner bei Atlassian in den letzten Jahren gefragt, wie es mit Server weitergehen wird. Schon lange fokussiert Atlassian seine internen Ressourcen auf die Entwicklung der Cloud-Produkte. Confluence Server und Jira Server haben in den letzten Jahren kaum noch Weiterentwicklung erfahren. Die Release Notes nur noch selten Begeisterung ausgelöst. Und der Blick auf die Cloud-Produkte hat oft ein bisschen neidisch gemacht. Ich erinnere mich noch sehr genau an eine Präsentation aus dem “Ship it-Hackathon” auf dem Atlassian Summit 2018: Sherif Mansour, einer der dienstältesten Atlassian-Mitarbeiter und inzwischen Distinguished Product Manager, hatte mit seinem Team neue Tabellen für Confluence gebaut. Column Types, Summary Rows, Live Charts! Es könnte gut sein, dass der Begeisterungsschrei bei 35:20 in diesem Video von mir stammt. Doch dann, ein Nebensatz (“if you came to the Cloud state-of-the-union this morning...”) und die Erkenntnis: “Mist! Das wird es nie für Server geben. Das wurde exklusiv für Cloud entwickelt.” (Den Hackathon haben sie damit übrigens gewonnen, Sherif ist der zweite von links auf dem Siegerfoto.)


“SaaS has become the default software-delivery mode”


Die Unsicherheit hat jetzt jedenfalls ein Ende und dafür bin ich Atlassian dankbar. Und wenn man ehrlich ist, hat Atlassian - unter strategischen Gesichtspunkten - die richtige Entscheidung getroffen. Denn zwei Sachen sind unstrittig: Erstens, die Zukunft gehört Software-Herstellern, die ihre Anwendungen als Software as a Service (SaaS) anbieten. Wer das bezweifelt, dem sei dieses Whitepaper von McKinsey ans Herz gelegt. Jede inspirierende Software, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist, läuft als SaaS. Jede relevante VC-Investition, die in den letzten Jahren im Tech-Bereich getätigt wurde, war in SaaS. On-Premise, so gerne wir es auch haben, ist zumindest für Standardsoftware ein Auslaufmodell. 

“SaaS has become the default software-delivery mode … When revenues from companies still transitioning to SaaS are counted, the total as-a-service share rises to 75 percent of all enterprise-software revenues, or more than $380 billion.” Vendors that have not yet begun their SaaS transformation must do so now.”

Paul Roche, Senior Partner at McKinsey

Und zweitens, Atlassian ist im SaaS-Markt keineswegs ein Early Adopter, sondern hat sehr lange an On-Premise festgehalten. Ich will nicht zu tief in die Software-Historie abtauchen, aber Marc Benioff hat salesforce.com bereits 1999 als erstes vollumfängliches SaaS-Unternehmen gegründet. Das ist mehr als 20 Jahre her! SaaS ist nicht neu und Atlassian muss den Sprung in das Segment schaffen, wenn sie in 20 Jahren nicht bloß eine vergessene Randnotiz in den IT-Geschichtsbüchern sein wollen. 


Ein sanfter Übergang - genau das, was der DACH-Markt braucht 


Für den deutschsprachigen Markt ist die Ankündigung, Atlassian Server in den Ruhestand zu schicken, dennoch ein Paukenschlag. Denn auch wenn Software as a Service in vielen Teilen der Welt inzwischen zum Standard geworden sein mag, liebt die DACH-Region nach wie vor On-Premise. Noch im letzten Jahr haben knapp 95% unserer Kunden die Server-Produktreihe gekauft. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sind zwar viele von Server auf Data Center umgestiegen, aber auch Data Center ist eine On-Premise-Lösung, so dass der Cloud-Anteil an unseren Kunden weiterhin unter 5% liegt.


Es gibt Kunden, die wir erfolgreich in die Atlassian Cloud migriert haben, und mit denen wir gerade
Customer Success Stories aufbereiten, um andere Kunden an dem Erlebnis teilhaben zu lassen. Aber viele Kunden sind das noch nicht. Und für viele Kunden gibt es noch handfeste Argumente, nicht schnell auf Atlassian Cloud zu wechseln: DSGVO-Kompatibilität und Data Residency sind, auch dank des Schrems-II-Urteils des EuGH aus dem Juli, keine ganz trivialen Themen. Zur Performance gibt es immer wieder kritisches Feedback. Und natürlich fehlen Apps von Drittherstellern, die in der Cloud noch nicht zur Verfügung stehen oder funktional eingeschränkt sind. Atlassian weiß um diese Herausforderungen und arbeitet mit Hochdruck daran, sie auszuräumen. Deshalb gibt es ja auch keinen harten Cut, sondern ein ganz langsames Fade-out. 


Langfristige Kundenbindung statt kurzfristiger Gewinne  


Was alle Kunden verstehen sollten: On-Premise wird nicht von heute auf morgen abgeschaltet. Server kann noch knapp dreieinhalb Jahre genutzt werden. Und wer wirklich weiterhin auf eine On-Premise-Lösung setzen will, kann auf Data Center umsteigen und auch nach Februar 2021 noch Neulizenzen dafür erwerben. Trotz des konsequenzen Schritts in die Cloud verstößt Atlassian seine On-Premise-Kunden also nicht, sondern gibt ihnen viel Zeit und sogar eine Möglichkeit, weiterhin selbst zu hosten. 

Gerade diesen sanften Übergang kann man meines Erachtens nicht stark genug betonen und muss ihn Atlassian zugute halten. Denn der australische Tech-Riese bezahlt dafür, zumindest kurzfristig, teuer. Aus dem Shareholder Letter zum Earnings Report für Q3 2020:

“We expect our revenue growth rates to slow through the remainder of fiscal 2021 ... . While it is impossible to accurately predict the timing of our server customers’ migrations, we currently expect revenue growth to also be impacted in fiscal 2022 before improving.”

Cameron Deatsch, Chief Revenue Officer at Atlassian

Für das nächste Quartal hat Atlassian ein deutlich schwächeres Umsatzwachstum angekündigt und geht davon aus, dass dieser negative Trend ein bis zwei Jahre anhalten wird. Der Aktienkurs ist daraufhin auf Talfahrt gegangen und hat mehr als 15% verloren. Das entspricht einer Summe von mehr als 7 Mrd. USD, die das Unternehmen innerhalb weniger Tagen an Wert verloren hat. Da kann keiner behaupten, dass Atlassian nicht bereit ist, kurzfristige Verluste in Kauf zu nehmen, um seine Kunden mitzunehmen auf die “beschleunigte Reise in die Cloud”. 


Unser Angebot: Prüfung Ihrer “Cloud-Readiness”, Kostenanalyse, Migration 


Trotz der langen Übergangsfrist sollte sich natürlich jeder Atlassian-Kunde fragen, wann für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, in die Atlassian Cloud zu wechseln. Wir unterstützen Sie bei dieser Entscheidung und haben drei ganz konkrete Angebote für Sie: Im ersten Schritt klären wir, ob Ihre Software-Nutzung einen Umstieg in die Atlassian Cloud heute schon zulässt. Dabei geht es insb. um die konkreten Anwendungsfälle, die Sie mit den Tools umsetzen, und die Apps, die Sie im Einsatz haben. Aber auch um grundlegende technische Unterschiede. Fällt diese Prüfung positiv aus, besprechen wir die preislichen Implikationen mit Ihnen. Was müssen Sie für die Atlassian Cloud bezahlen, welche Discount-Optionen gibt es und was bringt bspw. ein Lizenzrahmenvertrag mit Seibert Media? Fällt auch diese Prüfung positiv aus, freuen wir uns, die tatsächliche Cloud-Migration für Sie durchzuführen und Ihre aktuelle Server-Instanz sicher auf das SaaS-Angebot von Atlassian herüberziehen. Informieren Sie sich gerne hier über unser Angebot und kontaktieren Sie uns - falls Sie nicht ohnehin schon mit Ihrem Kundenbetreuer im Gespräch sind. 

Jetzt habe ich fast ausschließlich über die Atlassian Cloud geschrieben. Eigentlich hatte ich für diese Ausgabe Themen geplant wie den neuen, $50M schweren Venture Fund, den Atlassian vor kurzem bekannt gegeben hat. Oder das neue, nachhaltige Bürogebäude, das Atlassian trotz Corona im Herzen Sydneys bauen lassen will. Oder die Vertiefung der Partnerschaft zwischen Atlassian und Slack. Aber die Cloud-Reise ist so wichtig, dass diese Themen warten können. Wenn Sie mehr über Atlassian sprechen wollen oder Feedback für uns haben, schreiben Sie mich gerne an unter smartini@seibert-media.net.


Bleiben Sie uns treu!

Sebastian Martini  |  COO  |  //SEIBERT/MEDIA


Kurzlink zu dieser Seite: https://seibert.biz/kundenbriefnovember20

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