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Live-Session: Remote-Usability-Testing und Five-Second-Tests

Die Live-Session fand am 09.12.2010 um 11:15 Uhr wie immer auf unserer Live-Session-Portalseite statt.

Aufnahmen der Live-Session

1. Remote User Tests mit OpenHallway

Dieses Videon downloaden (80 MB, MP4)

2.Webbasiertes Cardsorting mit Demo, Vorteilen und Nachteilen

Dieses Video downloaden (39,36 MB, MP4)

3.Remote Usability Tests - einfach, schnell, dreckig

Dieses Video downloaden (47,12 MB, MP4)

Remote-Testmethoden wie Five-Second-Tests, Click-Tests und Card-Sorting mit WebSort sind Kleinstprojekte mit einem nicht unbeachtlichen Nutzen, sofern Aufgaben und Fragen sinnvoll gewählt sind. Aus diesen Methoden kann hervorgehen, ob eine Seite grundsätzlich „funktioniert“ und einen einladenden, professionellen, guten Eindruck macht. Diese Methoden können professionelle Usability-Tests nicht ersetzen. Aber bei der ersten Analyse von Landing-Pages, Produktdetailseiten oder auch Newslettern, E-Mail-Kampagnen und Bannern empfehlen sie sich als interessante und wenig aufwändige unterstützende Maßnahmen.

Was sind Remote-Usability-Tests und wie funktionieren sie?

Remote-User-Tests sind nutzerbasierte Usability-Tests "aus der Ferne". Nutzer werden in den Entwicklungsprozess integriert und geben Feedback, ohne dass mit einer klassischen User-Test-Umgebung mit Labor und Moderator gearbeitet wird; sie befinden sich in ihrer vertrauten Nutzungsumgebung, während sie mit der Anwendung interagieren. Auch bei Remote-User-Tests arbeiten Probanden zuvor festgelegte Aufgaben ab und ist es möglich, die Aktivitäten der Nutzer bei der Arbeit mit der Applikation inklusive ihrer Anmerkungen zu den Oberflächen aufzuzeichnen.

Lösungen bieten Remote-User-Tests von Anbietern wie z.B. OpenHallway (Weitere Informationen und Leistungen von //SEIBERT/MEDIA).

Remote-User-Tests vs. klassische User-Tests

Pro:

  • Weniger zeit- und terminabhängig als ein klassischer User-Test. Der Teilnehmer kann den Test (innerhalb des festgesetzten Zeitfensters) durchführen, wann er möchte.
  • Preiswerte Methode im Vergleich zum aufwändigen richtigen User-Test
  • Es lassen sich mehr Tests in einem vergleichbar großen Zeitraum durchführen.
  • Ortsunabhängige Integration von Nutzern, die an einem klassischen User-Test aufgrund ihres Wohnorts nicht teilnehmen könnten (Interessant bei Anwendungen, die ein internationales Publikum ansprechen sollen)


Contra:

  • Es sind keine Nachfragen (oder auch Hilfestellungen) des Moderators möglich, die häufig zu wichtigen Erkenntnissen führen
  • Der Moderator sieht die Probanden nicht oder nur via Webcam und kann keine Informationen aus den Reaktionen des Nutzers ableiten
  • Es ist keine unmittelbare Kundenintegration möglich (siehe Whiteboards erleichtern die Systematisierung und erhöhen die Transparanz)
  • ...

Five-Second-Tests

Five-Second-Tests sind eine „Spielart“ des Remote-Usability-Testings, bei der der Name Programm ist: Dem User wird genau fünf Sekunden lang ein Screenshot einer Webseite gezeigt. Anschließend soll er bis zu fünf Fragen zu dieser Seite beantworten.

Mere-Exposure-Effekt

Mit Five-Second-Tests misst man den sog. Visual Appeal, also die ästhetische Anziehungskraft. Neurophysiologische Studien zeigen, dass User sich bereits nach 500 Millisekunden (0,5 Sekunden) ein Urteil von Websites machen und entscheiden, ob eine Seite visuell ansprechend ist oder nicht.

Halo-Effekt

Der Halo-Effekt beschreibt eine "Wahrnehmungsverzerrung", bei der ein bestimmtes Merkmal alle anderen in den Hintergrund drängt und sie „überstrahlt“. Auch bei Webseiten spielt der Halo-Effekt eine wichtige Rolle: Die User schätzen eine Website in Abhängigkeit ihres ersten Eindrucks ein. Wenn dieser positiv ist, bewerten sie Usability und Inhalte der Website besser. Ist er negativ, fällt das Urteil tendenziell schlechter aus.

Tools und Ablauf

Ein interessantes Online-Tool zur Durchführung von Five-Second-Tests bietet Angry Monkeys usabilityhub.com an. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Es wird ein Screenshot der zu testenden Webseite hochgeladen, anschließend lassen sich insgesamt fünf Fragen definieren, die nach der fünfsekündigen Betrachtung gestellt werden sollen. Zudem ist eine konkrete Aufgabe frei definierbar, die vor Erscheinen des Screenshots angezeigt wird.

Jeder Test ist über einen individuellen Perma-Link zu erreichen, der den Testteilnehmern und wahlweise auch der Community von usabilityhub.com kommuniziert werden kann. Für die Testgruppe funktioniert der Five-Second-Test komplett webbasiert. Nach Ende der Testreihe werden die Ergebnisse automatisiert zusammengeführt und stehen online inkl. häufiger Keywords und grafischer Aufbereitung zur Verfügung.

Selbst an zufällig gewählten Five-Second-Tests teilnehmen

Click-Tests

Eine Abwandlung der Five-Second-Methode ist der Click-Test vom gleichen Dienstleister: Auch hier lädt man einen Screenshot hoch und definiert eine Aufgabe, die auf das Klickverhalten der Nutzer abzielt, beispielsweise: „Wohin würden Sie klicken, um zur Dienstleistungsübersicht zu gelangen?“ Das Ergebnis sind coole Heatmaps, aus denen hervorgeht, wohin die Teilnehmer klicken, um die Aufgabe zu erfüllen, und vor allem ob das tatsächliche Klickverhalten dem gewünschten entspricht. Hier gibt es hier keine zeitliche Einschränkung, die Nutzer beenden den Test selbst.

Selbst an zufällig gewählten Click-Tests teilnehmen

Webbasiertes Card-Sorting mit WebSort

Card Sorting ist eine Methode zur Entwicklung und Validierung von Navigationsstrukturen und hilfreich bei Herausforderungen im Zusammenhang mit der Informationsarchitektur und dem grundsätzlichen Aufbau von Websites, v. a. wenn sich Unterseiten mehreren Kategorien zuordnen lassen. Die Technik soll helfen herauszufinden, in welche Kategorie eine Seite aus Sicht repräsentativer Nutzer am sinnvollsten einzuordnen ist. Für webbasiertes Card-Sorting gibt es u. a. die Online-Software WebSort, die live demonstriert werden soll.

Features von WebSort:

  • Webbasierte, schlanke Lösung
  • Gute Usability sowohl für Admins und als auch für Teilnehmer
  • Studien als offenes oder geschlossenes Card-Sorting möglich: Vordefinition von Labels ist ebenso möglich wie vom Nutzer frei definierbare Labels
  • Labelling von Seiten per Drag & Drop
  • Excel-kompatible Auswertungen

Einschränkungen:

  • Keine Hierarchien zweiter Ordnung möglich
  • Kostenlos nur bis zu zehn Teilnehmern pro Studie