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Agiles Vorgehen nach Kanban

Wofür steht der Name "Kanban"?

Das japanische Wort Kanban setzt sich zusammen aus kan (= ‚Signal‘) und ban (=‚Karte‘), bedeutet demnach ‚Signalkarte‘. Es ist eine Technik aus dem Toyota-Produktionssystem, die für eine Minimierung der parallel durchgeführten Arbeiten (Work in Progress) und damit für einen gleichmäßigen Fluss (Flow) der Arbeit sorgt.

Was ist Kanban?

Kanban in der IT ist ein Vorgehen, das bei der Softwareentwicklung die Anzahl paralleler Arbeiten, den Work in Progress (WiP), reduziert und somit schnellere Durchlaufzeiten erreicht. Probleme, wie etwa Ressourcen-Engpässe oder Blocker in der Softwareentwicklung werden schnell sichtbar und können beseitigt werden. Kanban als Gesamtkonzept für die IT hat als erster David Anderson übertragen und in seinem Buch "Kanban - Evolutionäres Change Management für IT-Organisationen".

Kanban zeichnet sich durch drei Grundprinzipien und fünf Kerneigenschaften aus.

Die drei Grundprinzipien

  1. Beginne dort, wo du dich im Moment befindest
  2. Komme mit anderen überein, dass inkrementelle, evolutionäre Veränderungen angestrebt werden.
  3. Respektiere den bestehenden Prozess sowie die existierenden Rollen, Verantwortlichkeiten und Berufsbezeichnungen.

Damit setzt sich Kanban u.a. deutlich von Scrum ab, dass bereits bei der initialen Einführung diverse Veränderungen fordert, wie etwa die neuen Rollen.

Die fünf Kerneigenschaften

  1. Visualisiere den Fluss der Arbeit (Workflow).
  2. Begrenze den Work in Progress (Menge an begonnener Arbeit).
  3. Führe Messungen zum Fluss durch und kontrolliere ihn.
  4. Mache die Regeln für den Prozess explizit.
  5. Verwende Modelle, um Chancen für Verbesserungen zu erkennen.

 

Arbeit visualisieren und den Fluss sicherstellen

Das zentrale Hilfsmittel für die Visualisierung von Arbeit ist ein Kanban Board.

Erklärungen und Beispiele zu Kanban Boards:

Kanban als Change Management-Ansatz

Kanban ist als Change Management-Ansatz zu verstehen, der auf das bestehende Vorgehen der betroffenen Teams aufbaut und inkrementelle Veränderungen durchzuführen.

Dies verdeutlicht, dass Kanban als solches nicht als Projektmanagement- oder Softwareentwicklungs-Methode zu verstehen ist.

David Anderson betont die Bedeutung der individuellen Anpassung von Methoden und Praktiken auf die individuellen Rahmenbedingungen in den Teams. Kanban soll den Teams dabei helfen zu erkennen, welcher Prozess und welche Praktiken wirklich zu mehr Erfolg verhelfen.

Unterschiede zu Scrum

Ein wesentlicher Unterschied zu Scrum ist, dass Kanban keine Vorgabe über die Rollen und Meetings macht. Weiterhin gibt es keinen im Vorhinein festgelegten Umfang für ein Release. Vielmehr wird immer an nur einer kleinen Auswahl der wichtigsten Aufgaben gearbeitet. Es kann dennoch mit festen Release-Zeitpunkten gearbeitet werden. Es werden dann immer nur die Anforderungen, die zum Stichtag vollständig umgesetzt sind, in das Release aufgenommen.

Austausch zu Kanban - Die Limited WIP Society

Da Kanban zu sehr individuellen Prozessen und Praktiken in Unternehmen führen kann, besteht häufig ein Interesse an einem Austausch mit anderen Anwendern.

Hierfür wurde die Limited WIP Society ins Leben gerufen, die weltweit in verschiedenen Städten als Netzwerk der Kanban-Community entstanden ist.

Artikel im Blog von //SEIBERT/MEDIA zu Kanban

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