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  • Beispiele - agile Software-Projekte und moderne SAAS - Strukturen
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Grundlagen

SAAS steht für "Software as a service" und beschreibt eine Art von Software, die aus dem öffentlichen Internet heraus betrieben wird. Installationen und Hardware werden nicht mehr gebraucht. Die Nutzer greifen mit einfachen Webbrowsern auf die Websites zu.

Agile Softwareprojekte setzen darauf dem Benutzer in möglichst kurzen Intervallen neue nützliche Funktionen bereitzustellen. Damit das sinnvoll realisiert werden kann, müssen auch die technologischen Rahmenbedingungen stimmen. Im Fokus steht beim Wunsch einfach und komfortabel neue Funktionen veröffentlichen zu können das Stichwort "Updatefähigkeit" der Software.

Bei Webapplikationen kann man grundsätzlich zwischen zwei Veröffentlichungsmodellen unterscheiden.

1. Software as a service - Was nichts anderes bedeutet als eine zentrale Installation einer Webapplikation auf einem Serversystem, mit beliebig vielen Servern, bei dem der Zugriff auf Daten softwareseitig separiert ist.

2. On-site service - Installation einer Webapplikation auf einem dedizierten Serversystem des Nutzer bzw. der Nutzergruppe. Naturgemäß werden bei diesem Modell nur die Daten des Nutzers selbst gehalten und bei mehreren Instanzen der Webapplikation auf unterschiedlichen Serversystemen der Nutzer hardwareseitig separiert.

Grundsätzlich ist die Updatefähigkeit beim "Software as a service"-Modell als besser zu bewerten. Selbstverständlich ist die Updatefähigkeit nicht das einzige Kriterium, nach dem sich für eines der Modelle entschieden werden sollte.

Beispiele von traditionellen Weltkonzernen

Viele der weltweit führenden Software-Hersteller haben inzwischen Ihr Software-Vertriebsmodell komplett umgestellt und verkaufen verstärkt Software "in der Wolke" (SAAS). Dazu gehören:

  • Microsoft (62,48 Mrd. US-Dollar Umsatz)
  • SAP (12,5 Mrd. Euro Umsatz)

Reine SAAS-Giganten

Viele Unternehmen bieten ausschließlich Software als Dienstleistung (SAAS) an:

  • Google (23,6 Mrd. US-Dollar)
  • facebook (2 Mrd. US-Dollar)
  • Salesforce.com (1,8 Mrd US-Dollar

Etwas kleiner:

  • Zoho
  • 37signals

Einige Anbieter bieten Hybrid-Lösungen an

Hier ist sowohl der reine Online-Dienst als auch die Installation vor Ort im Betrieb möglich:

  • Atlassian
  • Zimbra
  • SugarCRM

Bewertung von SAAS als Geschäftmodell für Anbieter

Vorteile

  • Kostengünstigere Produktpreise werden möglich.
  • Keine Installation beim Kunden vor Ort erforderlich.
  • Das Geschäft ist leichter kalkulierbar (Liquidität).
  • Keine Probleme mit Backups
  • Keine Probleme mit unterschiedlichen Versionen
  • Raubkopien sind nahezu unmöglich
  • Kurze Entwicklungszyklen: SaaS passt am besten zu moderner Software-Entwicklung wie "Continuous Deployment" mit continous integration (CI) and test-driven development (TDD).
  • Weniger Supportkosten für die Bedienung der Software selbst.
  • Häufig höhere Margen durch laufende Einnahmen.
  • Hohe Treue und Vertrauen von Kunden
  • Keine Probleme mit Updates der Software
  • Freemium-Modelle werden möglich
  • SaaS ist das Geschäftsmodell für individuelle Software der Zukunft. Das bezweifelt niemand ernsthaft.
  • Die Sicherheit von Informationen ist bei SaaS häufig deutlich höher.

Nachteile

  • Im deutschen Markt bestehen für dieses Modell heute teils noch Akzeptanzprobleme.
  • Kunden wissen, dass Sie abhängiger vom Anbieter werden. Das baut Hürden auf.
  • Die Anpassungsmöglichkeiten der Software sinken deutlich.
  • Der Vertrieb der Lösung wird schwieriger.
  • In Regionen mit einer schlechten Internet-Verbindung macht ein reines Online-Angebot nicht viel Spaß.
  • Die fehlende Kontrolle von (sensiblen) Informationen und Datenschutz werden häufig als Probleme angeführt.

Empfehlung für Anbieter mit kleinen Unternehmen als Kunden

Es ist eine Hybrid-Lösung aus SaaS und lokal installierbarer Software denkbar. Hier liefert der Software-Anbieter standard-mäßig seinen Kunden eine On-Demand-Lösung zu günstigen Preisen an. Den großen und zahlungskräftigen Kunden hingegen wird zusätzlich die Möglichkeit geboten, mit Hilfe einer virtualisierten Umgebung (einer sogenannten Virtual Machine) eine Kopie der Lösung in einem internen Server-System zu betreiben.

Auch im internen Betrieb wird die Software über den Webbrowser aufgerufen und bedient. Die Software selbst bleibt für den Nutzer eine "black box". Sie steht allerdings "sicher" hinter der eigenen Firewall. Derzeit ist das für einige Unternehmen noch ein wichtiges Kriterium.

Wer mutig ist, wählt allerdings von vornherein SaaS als einzige Option.