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  • Atlassian Cloud (ehem. OnDemand) - Vor- und Nachteile
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Atlassian bietet einige Produkte, darunter Confluence und Jira, seit kurzem Cloud-basiert an. Dies bedeutet, dass Atlassian die Systeme inklusive aller enthaltener Daten auf Servern von Atlassian hostet. Wir möchten gerne darstellen, welche Möglichkeiten dieser Cloud-Service bietet und welche Vorteile und Nachteile mit der Nutzung einhergehen.


Wann ist eine Cloud-Lösung für unser Unternehmen denkbar?

Cloud-Lösungen verfügen über einige gewichtige Vorteile, die insbesondere in Fällen beschränkter finanzieller Spielräume attraktiv sind, hierzu gehören:

  • Hohe Skalierbarkeit und Verfügbarkeit
  • Das System wird nicht in der eigenen Infrastruktur betrieben (Stack)
  • Dadurch fallen keine zusätzlichen Hardware-Anschaffungen und -Kosten an
  • Es findet keine zusätzliche Belastung der eigenen IT-Abteilung statt
  • Es sind keine Wartungsarbeiten erforderlich
  • Die Systeme sind schnell und kurzfristig einsetzbar

Für kleine Unternehmen, Startups und Teams, die kurzfristig nutzbare, hochverfügbare, skalierbare und vergleichsweise günstige Kollaborationslösungen suchen, um zusammenzuarbeiten und (Software-)Projekte zu organisieren, ist Atlassian Cloud daher eine Alternative zum klassischen lokal installierten System.


Sollte unser Unternehmen den Cloud-Service von Atlassian einsetzen?

Der Einsatz der Cloud-Lösung ist insbesondere für die intensive Nutzung der Atlassian-Produkte und große Unternehmen, die besonders hohe Anforderungen an die eigenen Systeme und deren Sicherheit stellen, zwingend gegen die lokale Installation im eigenen Netzwerk abzuwägen. Zudem bringt die Cloud-Nutzung natürlich auch einige Nachteile im Vergleich zum lokalen Betrieb mit sich, welche bereits durch Atlassian veröffentlicht worden sind und die wir im Rahmen dieses Artikels ebenfalls abbilden. Wir möchten Ihnen dabei helfen, die beiden Nutzungsvarianten kritisch und objektiv zu vergleichen, um so zu einer für Ihr Unternehmen passenden Lösung zu gelangen.

Grundsätzliche Frage für größere Unternehmen: Compliance?

Eine grundsätzliche Frage, die Sie sich stellen müssen, lautet: Ist ein Wiki oder ein Aufgabenmanagementsystem, das nicht hinter der eigenen Firewall läuft, wirklich eine für Sie in Frage kommende Lösung? Einer der wichtigsten und zentralen Anwendungsfälle von Confluence ist der Use Case Wissensmanagement und Dokumentation von sensiblen Informationen. In Jira werden alle internen und Kundenprojekte von A bis Z in allen Details abgebildet.

Trotz der offensichtlichen Vorteile der Cloud kann ein extern gehostetes System in einigen Unternehmen zu Konflikten mit Compliance-Richtlinien führen und in Kundenprojekten im Einzelfall im Widerspruch zu Non Disclosure Agreements stehen.






Einschränkungen von Confluence Cloud




Keine eigenen Themes unterstützt

Das individuelle Wiki-Layout wird mithilfe von Confluence-Themes realisiert. Ohne Unterstützung von Custom Themes kann das Cloud-Wiki also nicht an das Corporate Design angepasst werden. Das ist aus unserer Sicht ein kritischer Aspekt, denn aus unserer Projekterfahrung heraus ist ein individuelles Design ein wichtiger Erfolgsfaktor in Betracht auf Mitarbeiterakzeptanz und -aktivierung, da die Mitarbeiter das Werkzeug dadurch schneller annehmen und das Wiki nicht als als Fremdkörper in der internen Unternehmenskommunikation ansehen. Cloud kann Confluence visuell ausschließlich "out of the box" genutzt werden. Im Einzelfall ist das für technikaffine Startups und kleine Teams kein Problem, für mittlere und große Unternehmen und solche mit einer eher "klassischen" Belegschaft aber erfahrungsgemäß schon.

Nur wenige Plugins integriert

Viele Plugins werden von Confluence Cloud nicht unterstützt, siehe auch Atlassians Informationen dazu. Wo man in der eigenen, lokal installierten Confluence-Instanz mit wenigen Klicks ein Plugin aus der Plugin-Repository installieren, testen und nutzen kann, ist man Cloud davon abhängig, bis bzw. ob das gewünschte Plugin in den Produktumfang integriert wird. An kommerziellen Plugins sind bislang lediglich Gliffy, Team Calendars sowie Balsamiq Mockups for Confluence verfügbar, an Standard-Plugins aktuell nur das Content Formatting Macros Plugin und das Table Plugin. Damit wird die Anzahl der Wiki-Anwendungsfälle natürlich im Vergleich zur lokalen Lösung entsprechend reduziert.



So gut wie keine Administrationsfunktionen

In Confluence Cloud gibt es auf Kundenseite keinen Administrator mit vollen Rechten und Zugriff auf alle Administrationsfunktionen. Manchen Einstellungen können auf Anfrage durch den Atlassian Cloud Technical Support geändert werden, doch eine vollumfängliche Anpassung an die eigenen Anforderungen ist nicht möglich.


Administrative Funktion

Verfügbarkeit in Confluence Cloud

Berechtigungen

(Minus)

General Configuration (Server-Base-URL, externes User-Management, Public Signup)

(Minus)

Daily Backup Admin

(Minus)

Plugins und Zugriff auf Plugin Repository

(Minus)

Mail-Server

(Minus)

Benutzermakros

(Minus)

Anhangseinstellungen

(Minus)

Custom HTML

(Minus)

Backup

(Haken)

Restore

(Minus)

Logging und Profiling

(Minus)

Cluster-Konfiguration

(Minus)

Remote API (XML-RPC, SOAP)

(Haken)

Kein Single-sign-on

Das System kann nicht via Single-sign-on integriert werden - ein nicht zu unterschätzendes Hindernis im Hinblick auf die Mitarbeiteraktvierung. Die sog. Social Media Hurdle wird dadurch erhöht.

Keine volle Sprachunterstützung

Aktuell besteht bis auf den Support der englischen Sprache kein Support für andere Sprachpakete.

Fester Domain-Name

Man kann den Domain-Namen, unter dem Confluence erreichbar ist, nur begrenzt frei wählen. Die URL folgt immer dem Muster

https://<accountname>.atlassian.net

und kann nachträglich nicht mehr verändert werden.




Einschränkungen von Jira Cloud


Keine eigenen Themes unterstützt

Auch Jira Cloud unterstützt keine eigenen Themes, Design-Anpassungen sind nicht möglich.

Nur wenige Plugins integriert

Auch für Jira Cloud gibt es bislang nur wenige Plugins: Bonfire, Gliffy, Jira Agile, Tempo Plugin, Balsamiq Mockups for Jira. Weitere Plugins sind aktuell nicht nutzbar.



So gut wie keine Administrationsfunktionen

Auch Jira Cloud bietet so gut wie keine Administrationsfunktionen an, da kein Nutzer auf Kundenseite globale Berechtigungen hat. Eine Anpassung an die eigenen Anforderungen ist nicht möglich.


Administrative Funktion

Verfügbarkeit in Jira Cloud

Erweiterte Einstellungen

(Minus)

Berechtigungen

(Minus)

SMTP-Mail-Server

(Minus)

POP/IMAP-Mail-Server

(Minus)

Konfiguration einer CVS-Source-Code-Repository

(Minus)

Empfänger konfigurieren

(Minus)

Services konfigurieren

(Minus)

Customizing von E-Mail-Content

(Minus)

Index-Pfad ändern

(Minus)

Integrity Checks

(Minus)

Logging- und Profiling-Informationen konfigurieren

(Minus)

Zugriff auf das Scheduler-Plugin

(Minus)

XML-Export und -Import

(Haken)

Import von XML-Workflows

(Minus)

Plugins

(Minus)

Plugin-Repository

(Minus)

Freie Konfiguration von Anhängen

(Minus)

LDAP-Integration konfigurieren

(Minus)

Trusted Applications konfigurieren

(Minus)

Zugriff auf Lizenzdetails

(Minus)

System-Admin-Nutzer und -Attribute ändern

(Minus)

Remote API (XML-RPC, SOAP)

(Haken)

Kein Single-sign-on

Auch Jira Cloud kann nicht per Single-sign-on integriert werden.

Keine volle Sprachunterstützung

Es gibt noch keinen vollen Support für andere Sprachen als Englisch.

Fester Domain-Name

Auch für Jira Cloud gibt es keine frei wählbare URL.