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Über den Interview-Partner

NameDr. Thorsten Janning
UnternehmenKEGON AG
RolleManagement Consultant
SAFe Fellow

Kontakt

thorsten.janning(at)kegon.de
Tel +49 611 20 50 80

Auf Social MediaLinkedIn, twitter, Xing


Videos mit Dr. Thorsten Janning



Komplettes schriftliches Interview

Welches Buch über SAFe kannst Du empfehlen?

Bücher über SAFe sind leider selten und noch seltener gut. Aber rund um dieSAFe- Prinzipien und -Werte gibt es wirklich tolle Bücher. Sehr empfehlen kann ich das Buch „Tribal Unity: Getting from Teams to Tribes by Creating a One Team Culture“ von Em Campbell-Pretty. Sie beschreibt darin das Konzept der Tribal Unity, um mit großen Gruppen von Menschen optimal, effektiv und effizient als ein gemeinsames, großes Team zusammenzuarbeiten. Ich mag dieses Buch besonders, denn die Wichtigkeit von guten Kommunikationsmustern und das Schaffen von sozialen Strukturen wird in großen Unternehmenstransformationen häufig vergessen. Dass wir uns an den Product Features orientieren müssen und die Architektur nicht vergessen dürfen – das ist mittlerweile Konsens. Aber gerade in der Wissensarbeit sind stabile soziale Strukturen das A und O, damit Menschen sich optimal entwickeln und ihren Beitrag leisten können und wollen. Ein anderer Favorit ist „The Startup Way“ von Eric Ries, weil dort spannende Anwendungsfälle für Werkzeuge und Methoden des Lean Startup in ganz klassischen Organisationen erzählt werden. Eric Ries hat damit den Beweis angetreten, dass wir viele Mechanismen, die im Web Business entstanden sind, zur Transformation ganz klassischer Organisationen, verwenden können, wenn wir ihre Prinzipien und Grundwerte verinnerlicht haben.

Warum ist KEGON ein attraktives Beratungsunternehmen im SAFe-Umfeld?

KEGON besticht vor allem durch wirkliche theoretische und praktische Expertise und langjährige Erfahrung im SAFe Umfeld. Wir arbeiten als Trainingsanbieter und Gold Partner sehr eng mit der SAI zusammen und entwickeln gemeinsam das Framework kontinuierlich weiter, verfügen immer über die neuesten Konzepte und Methoden. In der ganzen Welt werden wir zu Rate gezogen, wenn wirklich schwierige Transformationsaufgaben zum Beispiel im Bereich sehr großer und komplexer Organisationen oder im Portfolio Management zu lösen sind.
In den letzten Monaten sind wir verstärkt als Partner bei der agilen Transformation ganzer Unternehmen gefragt worden. Dann geht es nicht nur um SAFe als Framework für Produktentwicklungs-Organisationen oder -Abteilungen, sondern es müssen auch Fragen der agilen Aufbau-Organisation, der agilen Strategie-Entwicklung und der agilen Service-Organisation beantwortet werden. Hier leisten wir gerade wieder Pionier-Arbeit für die Framework-Entwicklungen der nächsten 5 Jahre.
Was KEGON aber wirklich ausmacht, sind die Menschen. Wir sind ein ganz einzigartiges Team aus Querdenkern, Revoluzzern, Moderatoren und Bücherwürmern. Jeder darf sein, wie er ist und jeder Charakter passt besser in die ein oder andere Unternehmenskultur und damit das ein oder andere Kundenprojekt. Vor allem aber schaffen wir es durch intensiven Erfahrungsaustausch und Ausnutzen aller individuellen Stärken, dass wir wahnsinnig schnell miteinander lernen können.

Was macht die Partnerschaft mit Seibert Media aus Eurer Sicht aus?

Mit Seibert verbindet uns nicht nur eine langjährige Partnerschaft, sondern mittlerweile fast eine gute Freundschaft. Wir schätzen die technische Expertise sehr, mit denen Ihr SAFe Transformationen begleitet und wie schnell Ihr unsere Projekterfahrungen bei der Agile Hive Entwicklung berücksichtigt. Damit ergänzen sich unser Wissen und unsere Erfahrung und ihre technische Expertise optimal. Toll ist inzwischen auch unsere Zusammenarbeit bei Eurer Tools4AgileTeams!

Wenn Du das Erlernen von SAFe betrachtest: Warum glaubst Du, dass die KEGON-Schulungen besonders attraktiv sind und welche würdest Du für den Start empfehlen?

Die Schulungen von KEGON sind wirklich etwas Besonderes. Zwar wird der Stoff von der SAI vorgegeben, um eine einheitlich hohe Qualität in allen zertifizierten Schulungen zu gewährleisten, doch unsere Trainer reichern die Inhalte immer mit ihren persönlichen Erfahrungen, kleinen Tipps und Tricks an. Denn das ist das Schwierige an einer agilen Transformation: Streng nach Lehrbuch kann jeder, doch wenn es daran geht, die Dinge auf den eigenen Kontext anzuwenden, dann stößt man doch hier und da auf einige Schwierigkeiten. Unsere Trainer kennen die Stellschrauben, die man nutzen kann, aber auch die roten Tücher, die einem das Genick brechen würden. Außerdem haben wir immer auch eine Menge Spaß zusammen!

Wenn ich es mit SAFe richtig ernst im Unternehmen meine? Was sind gute Beispiele von Unternehmen, die in SAFe investiert haben und davon profitierten. Du kannst gerne Namen nennen. Aber es geht insbesondere darum, was die gemacht haben. Wo gebe ich viel Geld aus, wenn ich dazu die Bereitschaft habe? Wo ist es gut investiert?

Da muss ich leider eine ganz unbeliebte Beraterantwort geben: Es kommt drauf an. Unternehmen sind so vielfältig wie ihre Menschen, die darin arbeiten, und am meisten profitiert man dann natürlich davon, zuerst die größten Bottlenecks aufzulösen. Trotzdem will ich mal versuchen, ein Beispiel zu geben, das repräsentativ für die meisten Unternehmen ist:
Beginne ich mit meiner agilen Transformation, so ist das PI Planning das zentrale Event, auf das ich hinarbeite. Und hier zeigt sich wirklich, wie ernst ich die Sache nehme. Nehme ich mir wirklich zwei Tage Zeit mit allen Teammitgliedern für ein gutes Planning? Bestelle ich ein gutes Catering und sorge ich für ein abendliches Socializing? Kommt das Management und zeigt Interesse und Unterstützung? Unternehmen, die hier wirklich investieren, schaffen ein Beispiel und ein Zeichen für den Rest der Organisation. So musste ich einmal ein PI Planning absagen, weil ich das Gefühl hatte, es wird nicht genug Zeit in die Vorbereitung investiert. Die Teams waren weltweit verteilt, was die Sache zusätzlich erschwerte. Ich konnte die Beteiligten überzeugen, in gute remote Technik zu investieren, Teilnehmer einfliegen zu lassen und abends ein Get Together zu organisieren. Das Event war ein voller Erfolg und hat der ganzen Transformation neuen Schwung verliehen. Und von dem Invest in Technik und Remote Fähigkeiten profitieren sie heute in Zeiten von Corona enorm. Wir sind mit unseren Kunden gerade aus dem Stand in der Lage, sehr große PI Planning Events wie alle anderen SAFe Events remote durchzuführen.

Wenn ich durch die aktuelle Krise eher gebeutelt bin: Wie gehe ich dann vor, um mit möglichst wenig Budget trotzdem in der Sache voran zu kommen? Was ist Dein Tipp?

Unser Ansatz bei KEGON ist ja generell, die internen Mitarbeiter unserer Kunden zu enablen. Wir wollen unsere Kunden nicht von uns als Berater abhängig machen, sondern glauben, dass alles notwendige Wissen und Potential in der Organisation ist. Wir haben schon seit langer Zeit Beratung nicht so verstanden, dass möglichst viele Berater möglichst durchgängig 5 Tage pro Woche in einem Kundenprojekt sind, sondern haben immer kurze Impulse gegeben und Coaching immer nur als temporäre Maßnahme verstanden. Diese sehr flexible Arbeitsweise gibt unseren Kunden in den jetzt üblichen Remote-Settings sehr hohen Wert.
Außerdem halte ich es auch in Krisenzeiten für eine sehr gute Investition, motivierte Leute in eine Implementing SAFe Klasse zu schicken und sie zu SAFe Program Consultants auszubilden. Die Trainings bieten wir auch in Zeiten von Corona einfach remote an. Als Change Agents können sie dann im Unternehmen schon eine Menge bewirken. Selbstverständlich können sich meine Alumni auch jederzeit mit Fragen an mich wenden, ich gebe gerne Tipps und Tricks, um sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

An welchem Ort kann ich als SAFe-Interessent Gleichgesinnte und Menschen mit ähnlichen Interessen treffen? Dabei interessieren uns sowohl physische als auch virtuelle Kontaktmöglichkeiten?

Ich kann besonders unsere Barcamps empfehlen. In einem kleinen Kreis von 30-40 Teilnehmern kann man sich dann mit Gleichgesinnten zu ganz unterschiedlichen Themen austauschen und gemeinsam auch einfach einen Kaffee trinken. Wir bieten halbjährlich Barcamps zu den verschiedenen SAFe Rollen an – sowohl physisch als auch virtuell. Wer uns als KEGON besser kennenlernen möchte, kann sich auch gern zum monatlichen Open Lunch anmelden. Der findet bei Pizza Freitags bei uns in der Villa statt. Jetzt in der Corona Krise auch remote. Dort können wir uns ganz locker einfach mal kennenlernen und über unsere Erfahrungen austauschen.

Welche Erfahrungen habt Ihr bisher mit unserer Lösung Agile Hive, die auf Atlassian-Werkzeugen wie Jira und Confluence aufsetzt, gemacht?

Das Kanban Board ist eines der wichtigsten Werkzeuge auf allen Ebenen in SAFe. Es wird sowohl von Teams, Trains und auch Portfolio Management intensiv genutzt und ist der Dreh- und Angelpunkt vieler Kommunikation und Überlegungen. Gerade in skalierten Kontexten geht das mit einem physischen Board nicht mehr und wir schätzen virtuelle Lösungen sehr. Und natürlich sind die Reports klasse, die ja zum großen Teil auch auf Basis unserer Projekterfahrungen entstanden sind. Agile Hive ist dabei für uns einer der Marktvorreiter, denn es bietet viele Funktionen, die speziell auf den SAFe Kontext abgestimmt worden sind. So können viele Menschen an ganz unterschiedlichen Orten, Zeitzonen und Devices auf die gleiche Informationslage zugreifen – eine Eigenschaft, die besonders jetzt in Zeiten von remote Work und virtuellen Teams noch einmal besonders wertvoll ist.


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